Eigentümer

Johann Pfaller

geb. am 16.07.1961

verheiratet mit Eveline Pfaller

3 Töchter: Theresa, Maria, Lisa

 

Arbeitskräfte

Betriebsleiter, Familienbetrieb

 

Betriebsdaten

pauschalierter Vollerwerbsbetrieb, Vermarktung nicht gewerblich, 70 ha zur Gänze Getreide (Luzerne, Wicke, Erbsen, Weizen) und Futtergetreide (Gerste, Tritticale, Erbsen)

 

Investitionen

gesamter Hof (Schlachtraum, Verarbeitungs- und Verkaufsraum), Maschinen- und Gerätehalle, Stallungen für 12 Zucht- und 100 Mastschweine, Stallungen für 5 Mastrinder

 

 

 

Interview

 

Von der Bahn zum Biobauern

Johann Pfaller entschied sich nach 20 Jahren im Büro der ÖBB sein Leben, und vor allem seine Lebensgrundlage zu verändern. 1999 kündigte er seine Anstellung bei den Österreichischen Bundesbahnen, um ca. ein Jahr später sein erstes Schwein zu schlachten. Er baute einen Bioschweinebetrieb auf, bei dem er züchtet, mästet und schlachtet. Grundlage war ein Feld ohne jegliche Zuleitungen und die Überzeugung, dass es funktionieren kann.

Johann Pfaller baute die Stallungen, den Schlachtraum und einen Verkaufsraum, um die Produkte zu vermarkten. All dies geschah zu 100 % in Eigenleistung.

Unterstützung bekommt er von seiner Frau Eveline, die hinter seinem Entschluss stand, das Büro zu verlassen.

Da es nicht ganz einfach und vor allem auch kostenintensiv ist, die Kette der Bioproduktion zu schließen, macht Herr Pfaller alles Mögliche selbst. Von 45 ha Ackerfläche wurde auf die Größe von 70 ha expandiert, um das Futter für die Schweine und Rinder selbst produzieren zu können. Das Schlachten der Tiere hat er sich selbst beigebracht und auch die Verarbeitung und Vermarktung liegen beim Betriebsleiter und bei seiner Frau selbst.

Die Familie Pfaller hat es geschafft, den ganzen Kreislauf der Bioproduktion in nur 8 Jahren in die eigene Hand zu bekommen.

 

Der Pflanzenbau

Insgesamt werden am Betrieb 70 ha Getreide angebaut. Die anfallenden Arbeiten am Feld werden vom Betriebsleiter selbst verrichtet.

Die Fruchtfolge variiert häufig. Als Grundmuster einer Fruchtfolge werden zu Beginn einjährig Leguminosen wie Futtererbsen (Peluschken), Wicken oder Luzerne angebaut. Die Erbsen werden für die Fütterung verwendet. Darauf folgen Winterweizen, Tritticale sowie Sommergerste. Abtragend wird Wintergerste angebaut.

 

Die Schweinezucht

Herr Pfaller betreibt Schweinezucht mittels Zwei-Rassen-Kreuzung (Gebrauchskreuzung). Die positiven Leistungseigenschaften der beiden Ausgangspopulationen werden in den Kreuzungstieren vereint und genutzt. Mit den Kreuzungstieren wird nicht weiter gezüchtet, diese werden aufgezogen, um später im hofeigenen Schlachtraum geschlachtet und verarbeitet zu werden.

Als Mutterrasse werden 10 Sauen der Rasse Edelschwein eingesetzt. Diese Rasse zeichnet sich durch eine sehr gute Mastleistung und gute Fleischleistung aus. Der Eber ist eine klassische Vaterrasse, nämlich Pietrain. Diese Rasse hat eine mittlere Mastleistung, dafür aber eine ausgezeichnete Fleischleistung.